von Auretta Monesi

Gardone Riviera, am zur Provinz Brescia gehörenden Ufer des Gardasees, ist über die Autobahn A4 Turin – Triest, Ausfahrt Desenzano, und dann über die Staatsstrasse 572 (westliche „Gardesana“) zu erreichen, die über Salò und Gardone bis nach Riva del Garda führt.

GLORREICHE MOMENTE

Der Erfolg von Gardone begann Ende des 19. Jahrhunderts, als einige deutsche Ärzte befanden, das Klima des kleinen Orts sei ideal, um dort laue Winter und von der Brise des Sees erfrischte Sommer zu verbringen.
So kam es, dass sich das mitteleuropäische Bürgertum in das Dorf verliebte, und dort Villen mit prächtigen Parks, prunkvolle Gasthöfe und sogar ein Spielkasino baute. Viele der zu den Villen gehörenden Grünanlagen sind heute öffentlich zugängliche Parks.

Wie zum Beispiel der in den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts geschaffene Garten Heller, am Ende der Via Roma, der dicht mit Bambus und vielen edlen Pflanzen bewachsen ist (geöffnet von März bis Oktober, 9-19 Uhr, Info 0336/41.08.77).
Nicht weit entfernt drängt sich die Freitreppe von Villa Alba in den Blick, die in einem imposanten ionischen Säulengang endet. Auch ihre Geschichte begann zu Anfang des 20. Jahrhunderts, als die deutsche Familie Langensiepen sie im neuklassischen Stil erbauen ließ. Heute ist die Villa im Besitz der Gemeinde Gardone und wird zurzeit technisch modernisiert.

Sie wird im kommenden Jahr wieder eröffnet und soll Veranstaltungen und Kongresse aufnehmen. Ihr Park steht jedoch den Besuchern offen.

IL VITTORIALE DEGLI ITALIANI

Das „Vittoriale degli Italiani“, ab 1921 Wohnsitz von Gabriele d'Annunzio. Die Zitadelle des „ Vittoriale“ in der Ortschaft Cargnacco, nimmt einen weiten Teil des Gebiets von Gardone ein und fällt sanft zum Seeufer ab. Heute ist sie ein Museum, das jährlich 170 tausend Besucher zählt.

In dem extravaganten Haus, in dem sich Tausende von Gegenständen und Erinnerungsstücken drängen, hat sich seither nichts verändert. Der Park beherbergt eindrucksvolle Einrichtungen wie das große Freilichttheater, Exedren, Pavillons und sogar den Bug eines Schiffes, das zwischen den Olivenbäumen vor Anker gegangen ist.

Das Flugzeug, mit dem d’Annunzio die Stadt Fiume überflog, hängt dagegen an der Decke des Auditoriums, wo seit dem Jahr 2000 das Kriegsmuseum eingerichtet ist.

GRAND HOTEL FASANO

Jahrhunderts gebaut und wurde auch von
Mitgliedern der Hauses Habsburg besucht,
die zur Fasanenjagd hierher kamen.

Im Grün des Ortsteils Fasano befindet sich am Ufer des Sees eines der faszinierendsten Hotels der Zone, das Grand Hotel Fasano (Via Zanardelli 190, 0365/ 29.02.20), ein 5-Sterne-Hotel. Es wurde zu Anfang des 20.

Jahrhunderts gebaut und wurde auch von Mitgliedern der Hauses Habsburg besucht, die zur Fasanenjagd hierher kamen. Es bietet auch einen Anlegesteg am See, einen hohen Turm, ein Frei- und ein Hallenschwimmbad, sowie einen wunderschönen Garten. 2007 ist das Hotel von April bis November geöffnet. Doppelzimmer ab 200 Euro einschließlich Frühstück.
Stolz der Fam. Mayr, den Besitzern und Leitern des Hotels, ist das kürzlich eröffnete Aqua Spa, ein Wellness- Center, das sich auf natürliche Behandlungen und Produkte gründet (ganzjährig geöffnet, der Eintritt für einen Tag kostet 30 Euro). Eine weitere, prunkvolle Villa am Ufer des Sees wurde zum Hotel- Restaurant Villa Fiordaliso, 4 Sterne (Via Zanardelli 132, 0365/ 29.00.14, geöffnet von März bis Oktober).

Sie wurde 1931 gebaut und ist deshalb berühmt, weil hier während der Italienischen Sozialrepublik Claretta Petacci wohnte.
Das zur Hotelkette Relais et Chàteaux gehörende Hotel verfügt über 7 mit Stilmöbeln eingerichtete Zimmer, Hallenbad und Garten am Seeufer. Doppelzimmer ab 240 Euro.

Das von dem jungen Küchenchef Riccardo Camanini geleitete Restaurant gehört zu den besten des Gebiets und zeichnet sich durch die Verwendung lokaler Produkte in phantasievollen Rezepten aus, wie beispielsweise „Ravioli al bagoss“ (Bagoss ist eine Käsesorte aus den naheliegenden Tälern), Spanferkel oder modern abgewandelten Gerichten mit Fisch aus dem See; die Rechnung beläuft sich auf 75 Euro.

Die Geschichte des Fremdenverkehrs in Gardone begann jedoch beim Grand Hotel Gardone, 4 Sterne (Via Zanardelli 84, 0365/2.02.61, geöffnet von April bis Oktober): es entstand unter dem Namen Albergo Pizzoccolo und war kaum mehr als ein Gasthaus am Ufer des Sees.
Nach einer Zeit wechselnden Glücks wurde es zu dem heutigen, großen Palast mit herrlicher Aussicht auf den See. Doppelzimmer mit Frühstück ab 179 Euro.

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